Beleuchtung Terrassenüberdachung: Ideen & Tipps
von Konstantin Weiß
Terrassenüberdachungen, auch Spalierdächer genannt, sind im Sommer ein wahrer Gesundheits- und Schutzschild vor schwülen Temperaturen, starker Sonneneinstrahlung und unerwünschten Regenschauern. Mithilfe von Beleuchtung lässt sich die Terrasse aber auch nach Sonnenuntergang nutzen. Dementsprechend wichtig ist die Planung der Terrassenbeleuchtung. Dass der Lichtschein unter der Terrassenüberdachung erst durch geschickt eingesetzte Lampen entstehen kann, ist vielen nicht bewusst.
Und doch ist die sorgfältige Planung von Vorteil. Zum einen, weil sich bei geplanten Aufbau Kabel so verlegen lassen, dass sie nicht sichtbar sind. Zum anderen, weil Spotleuchten beispielsweise in die Rahmen- oder Einlegeprofile der Terrassenüberdachung eingebaut werden können. Zudem ist wichtig, dass Schalter oder Dimmer an der gewünschten Stelle sitzen. So entfällt das Risiko, die Lampe erst nachts zu entdecken, wenn erst gar nicht bei Dunkelheit zu haben.
Funktionale und betonende Effekte über direkt und indirekt
Für besonders funktionale Beleuchtung können zusätzliche Leuchten wie bodenebene LED-Streifen eingesetzt werden. Die günstigste Lösung ist abhängig vom Gesamtbild, der Form der Terrasse, der Sichtbeziehung zu Nebengebäuden oder Nachbarschaft und gelegentlich auch von der Farbe des Dachs (Glaskörper oder transparente Glasdächer wirken exponentiell). Ein Beispiel: Terrassenüberdachungen mit einer Breite von sechs oder sieben Metern werden in der Regel in ein bis zwei Lichtzonen aufgeteilt. Damit erfährt die Terrasse aus optischer Sicht eine stabile Bildaufteilung, die durch eine harmonische Lichtgestaltung in den Teilzonen weiter unterstützt wird.
Andere Terrassenüberdachungen setzen für die Grundbeleuchtung bei geringer Beleuchtungsfläche auf eine technisch gleichmäßige Verteilung von LED- oder Halogen-Beleuchtung oder z. B. an der Deckenlasche. Was sich als optimal für die Grundbeleuchtung erwiesen hat, kann für Ruhe und Entspannung durch eine indirekte Beleuchtung ergänzt werden. Ebenfalls hilfreich kann eine Kombination aus direkt und indirektem Licht sein, mit Funktion (Grundbeleuchtung für den Sitzbereich und zur Verkehrsrichtung) und klarer Wirkung (ruhige, indirekte Beleuchtung).
Letztere kann zudem aus optischen Gründen in einem getrennten Stromkreis betrieben werden. So können auf den Grund Beleuchtungsschalter zusätzlich noch die indirekten Lichter zum Beispiel im Loungebereich angeschaltet werden, wahlweise auch an derselben oder einer anderen Schalterstelle. Zudem können mit der indirekten Beleuchtung noch weitere Effekte ausgelöst werden: Licht mit ruhiger wie mit pulsierender Kante, reflektiertes Verdecklicht oder auch Blinklicht mit z. B. fernsteuerbarer Zeitanzeige. Der Kreativität und der Fantasie hierbei sind keine Grenzen gesetzt.
Sinnvoll ist auch die Beleuchtung über dem Esstisch. Klassisch ist dafür ein Deckenspot, aber es gibt auch vorhandene Lösungen, die individuelle Wünsche ermöglichen. So gibt es Pendelleuchten, die sich mit steuerbaren Farb- und Helligkeitsverläufen für Ambiente und Stimmungsmacher verwenden lassen. Ebenso können auch an der Terrassendecke aufliegende Lampen einzeilig oder in Reihen angerichtet werden, um z. B. die Terrasse über dem Wohnbereich zu betonen. Aber auch Pendelleuchten oder Hängeleuchten können optische Leitlinien ausbilden.
Was muss man dabei beachten? Es ist zu prüfen, wie groß die Decke ist und ob sie ein optisch stabiles Bild vermittelt oder z. B. eine horizontale Verlängerung in Form der Terrassenmöbel oder eine schräge Spaltung der Dachfläche vorgibt. Da zudem die Höhe der Terrassenüberdachung den optimalen Abstand der Leuchte zum Tisch beeinflusst, sind die Sicherheitsaspekte (vor allem bei offenen Terrassen) ebenso zu beachten. Wind oder ein kühlerer Herbstnachmittag erfordert, dass die Terrassenbeleuchtung nicht gerade hinausragt. Besonders im Außenbereich sind Leuchten und Lampen mit entsprechender IP-Schutzart weiterhin unverzichtbar.
Gleichmäßige Lichtverteilung durch integrierte LED-Spots
Im Idealfall wird ein Terrassenüberdachungslicht über das Lichtprofil der Terrassenüberdachung verteilt. Die seitlich integrierten Beleuchtungselemente (LED-Spots) sorgen so für eine natürliche Lichteinteilung der überdachten Fläche, manchmal auch der Terrassenfläche im Schattenbereich. Besonders dann, wenn die Terrassenüberdachung aus Aluminium besteht, kann das System der LED-Spots sinnvoll integriert werden. Komplett abgestimmte LED-Spot-Reihen sind als Firmenangebot erhältlich.
Eine andere Form der Grundbeleuchtung für die Terrassenfläche (sehr praktisch auch bei leicht schräg gestellten Terrassenüberdachungen) ist die Anbringung von LED-Spots in Vorder- und Rückwänden. Aber auch hier gilt: Die Verteilung der Beleuchtungselemente (diese sind oft nicht austauschbar oder spenden ungleichmäßig Licht) sollte gut durchdacht sein. Großflächige Terrassenüberdachungen mit bloßen LED-Spots im oberen Bereich, in der Höhe bleibenden Schatten unter dem Terrassenüberdachungsprofil, werden einstimmig als grundsätzlich negativ bewertet.
Terrassenüberdachung und Beleuchtung gemeinsam planen
Weiches und rückhaltendes Grundlicht durch LED-Streifen
Bei der Planung einer neuen Terrassenüberdachung sollten Sie deshalb nicht nur über Maße, Dachmaterial und Farbe nachdenken. Überlegen Sie auch, wie Ihre Terrasse an einem Sommerabend um 22 Uhr genutzt werden soll.
Ein Esstisch braucht anderes Licht als eine Lounge. Der Weg zum Garten benötigt Orientierung, während Sie in einer ruhigen Sitzecke lieber gedimmtes Licht verwenden. Mit einer gut geplanten Beleuchtung für die Terrassenüberdachung können Sie den überdachten Außenbereich länger nutzen und verschiedene Bereiche gezielt ausleuchten. Integrierte LED-Spots, indirekte LED-Streifen und eine flexible Steuerung bieten dafür zahlreiche Möglichkeiten.
Wer Stromversorgung, Lichtpositionen und spätere Erweiterungen schon während der Planung berücksichtigt, erhält eine Lösung, die technisch sauber in die Terrassenüberdachung integriert ist und zum eigenen Alltag passt.